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Argumente

Integration beginnt immer damit, dass sich Menschen an einem bestimmten Ort wohlfühlen. Deshalb kommt der Unterbringung von Flüchtlingen eine entscheidende Bedeutung zu. Weil die Zeit für die Planung und Errichtung meist sehr knapp ist, kommen nur trockene Bauweisen infrage: Stahl und Holz. Die Wohnqualität ist bei diesen beiden Materialien allerdings ziemlich unterschiedlich.

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Quelle: © Günther Hartmann

 

Wohnungen, keine Behälter

Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen übt in ihrem Mitte 2015 veröffentlichten Positionspapier „Flüchtlinge brauchen Wohnungen, keine Behälter!“ scharfe Kritik an der weitverbreiteten Praxis, Unterkünfte aus Stahlcontainern zu bauen: „Durch die Kondenswasserbildung und die geringe Luftwechselrate infolge absoluter Diffusionsdichtigkeit entstehen oft hohe Luftfeuchtigkeit und Schimmelbildung, die eine Gefährdung der Gesundheit darstellen. Die Kleinteiligkeit, Stapelbarkeit und Reihung einer Containerunterkunft bildet die Einrichtung als einen bürokratischen Akt des Verwaltens und rein technologischen Verwahrens menschlicher Schicksale ab. Der Charakter des Provisorischen und Transitorischen trägt schon visuell nicht zu einer Integration ihrer Bewohner in die Gesellschaft, sondern zu einer Stigmatisierung bei. Optisch unterstreichen Container das Gefühl und die Wahrnehmung von Ortlosigkeit und beliebiger anonymer Disponierbarkeit.“ Daraus leitet die Kammer die Forderung ab: „Bei der Erstellung von Gemeinschaftsunterkünften ist auf genormte Stahl-Wohncontainer zu verzichten.“ Logische Konsequenz: „Die Vorzüge von Vorfertigung, modularer Bauweise und Typisierung sollten über das auch psychologisch positiv besetzte Material Holz ausgeschöpft werden.“

 

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Quelle: © Reinhard Fiedler

 

Vorteile der Holzbauweise

Da inzwischen die Preise für Stahlcontainer stark angestiegen sind, ist die Holzbauweise nun auch bezüglich der Kosten konkurrenzfähig. Darüber hinaus bietet sie – neben den kurzen Bauzeiten – schon immer weitere wichtige Vorteile: (1) Im Inneren sorgt die angenehme Wohnatmosphäre dafür, dass sich die Bewohner wohlfühlen und entspannt sind. Frustration und Aggression sinken. (2) Das Äußere lässt sich so gestalten, dass es sich optisch gut ins Ortsbild einfügt. Das sorgt bei der Nachbarschaft für höhere Akzeptanz. (3) Holzrahmenbau-Konstruktionen weisen so gute Wärmedämmeigenschaften auf, dass der Heizenergiebedarf oft deutlich unter dem liegt, was die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert. Das senkt die laufenden Betriebskosten. (4) Die CO2-Speichereigenschaft von Holz macht jedes Holzgebäude zu einer wirksamen Klimaschutz-Maßnahme. (5) Als Kreislaufprodukt ist Holz ein wichtiger Baustein für die von Umweltwissenschaftlern geforderte Ressourcenwende.

 

Bezahlbarer Wohnraum für Alle

Die zu uns Geflohenen werden nicht in ein paar Monaten wieder weg sein, sondern mehrere Jahre hier sein. Aber auch wenn sie dann wieder weg sind, bleibt etwas: der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum. Denn zum einen gibt es aufgrund der zu schwachen Wohnbautätigkeit in den vergangenen Jahrzehnen einen eklatanten Wohnungsmangel. Zum anderen kommen nicht nur Flüchtlinge nach Bayern, sondern auch fast genauso viele ganz legale Einwanderer aus den deutschen und europäischen Nachbarländern. Deshalb sollte bei der Konzeption und Planung nicht nur kurzfristig, sondern langfristig gedacht werden. Heute qualitätslose Billigbauten zu errichten und morgen wieder abzureisen ist eine große Verschwendung. Sinnvoll ist die Errichtung von qualitätsvolle Gebäuden, die für eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnte konzipiert sind und sich dem Auszug der Flüchtlinge in einigen Jahren mit geringem Aufwand zu preisgünstigen Wohnungen umbauen und umnutzen lassen. Der Nachholbedarf für bezahlbaren Wohnraum ist hoch – und bleibt noch lange hoch.

 

Infos zu Flüchtlingsunterkünften

Bayerische GemeindeZeitung
Holz ermöglicht kurze Bauzeiten
in: Comeback des Holzbaus, Sonderdruck, Oktober 2015
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Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen
Flüchtlinge brauchen Wohnungen, keine Behälter!
Positionspapier, Juli 2015
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Infos zur Wohngesundheit

Bayerische GemeindeZeitung
Holz stärkt Psyche und Gesundheit
in: Comeback des Holzbaus, Sonderdruck, Oktober 2015
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mikado
Holz fördert die Gesundheit
in: Bildung braucht Holz, Edition, Juni 2012
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Infos zum Klimaschutz

Bayerische GemeindeZeitung
Bauen mit Holz schützt das Klima
in: Comeback des Holzbaus, Sonderdruck, Oktober 2015
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Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks
STOP CO2
Heft II, Januar 2015
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Heft I, Februar 2014
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